Therapie auf der Palliativstation

SEK PS Infusion kSchwerstkranke und Sterbende tagtäglich zu begleiten, kann belastend sein, ist aber auch eine sehr intensive und positive berufliche Erfahrung – so jedenfalls beschreiben es die 26-jährige Ann-Christin Robeck und ihre Kollegin Tanja Vorpahl, die als Stationstherapeutinnen auf der Palliativstation (Station 4) unseres Hauses arbeiten. Die 50-jährige Physiotherapeutin, Frau Vorpahl, arbeitet bereits seit 25 Jahren in unserem Krankenhaus, Frau Robeck gehört seit etwa 3 Jahren zum (Physio)Therapie-Team. Nachfolgend berichten beide aus ihrem Berufsalltag und was ihnen an der Arbeit mit Patient*innen und ihren Angehörigen in schwierigen Lebensphasen gefällt.

Was unterscheidet Ihre Tätigkeit von der in einer „normalen“ Praxis?

Die Tätigkeiten auf der Palliativstation im SEK Eutin unterscheiden sich von denen in einer Praxis in vielerlei Hinsicht. Einen großen Unterschied macht die flexible Behandlungszeit, die eigenständig und individuell von uns Stationstherapeutinnen an Patient*innen und die anderen Berufsgruppen angepasst wird. Generell nehmen wir unter den Berufsgruppen große Rücksicht aufeinander und treffen Absprachen gemeinsam in Teamsitzungen, aber auch spontan auf dem Flur, damit alle im Sinne der Patient*innen an einem Strang ziehen. Ein weiterer Unterschied ist auf einer Palliativstation natürlich der Umgang mit dem Sterben und mit dem Tod, denn beides gehört auf unserer Station dazu. Unsere Aufgabe ist es, sich individuell auf den seelischen Zustand der Patient*innen einzulassen (Depression, Trauer, Angst), sie dort abzuholen und auf dem Weg zu begleiten. Menschlichkeit braucht es natürlich auch in anderen therapeutischen Einrichtungen, aber auf einer Palliativstation befinden sich die Patient*innen in einer Krisensituation, und deshalb ist eine besondere Form von Einfühlungsvermögen und Umgang notwendig. Wir müssen eine Bindung zu Patient*innen aufbauen, auf sie eingehen und Vertrauen gewinnen, um sie in diesem Lebensabschnitt gut zu unterstützen. Außerdem haben wir auf Station oft auch engen Kontakt mit den Angehörigen, und auch diese müssen und wollen wir in ihrer schwierigen Situation gut begleiten.

Was macht Ihre Arbeit mit Palliativ-Patient*innen so besonders oder speziell?

Auf der Palliativstation sind Methoden wie Aroma-Therapie, Klangschalen-Therapie, Entspannungsmaßnahmen/-techniken (basale Stimulation, Ausstreichungen, Massage, etc.) hoch im Kurs. Wenn es der Allgemeinzustand der Patient*innen zulässt, kommen natürlich auch „übliche“ Angebote wie Gangschulen, Stoffwechselgymnastiken, Maßnahmen zur allgemeinen Kräftigung usw. zum Einsatz. Wir verfolgen dabei das Ziel, den Krankheitsverlauf so angenehm wie möglich zu gestalten, indem wir versuchen, Angst zu nehmen, Schmerzen zu lindern, für Entspannung zu sorgen und die individuellen Ziele jeder/s einzelnen Patientin/en zu berücksichtigen. Dabei liegt unser Fokus nicht in erster Linie auf der Leistungssteigerung – dementsprechend gibt es keinen genauen Behandlungsplan, den wir verfolgen. Wir müssen uns auf den jeweiligen Tages-Zustand der Patient*innen einlassen und daraufhin „spontan“ die individuelle Behandlung gestalten. Einen ersten Eindruck über diesen Zustand erhalten wir bei den täglichen Teambesprechungen, bei denen alle Berufsgruppen vertreten sind und jede/r einzelne Patient*in ausführlich gemeinsam besprochen wird. Um auch für uns belastende Situationen gut verarbeiten zu können, halten wir als Team auf der Palliativstation wöchentliche Andachten, in denen wir aller Verstorbenen gedenken. Außerdem werden regelmäßig Supervisionen angeboten, um Sorgen und Unsicherheiten im Team zu besprechen.

Was begeistert Sie an Ihrer Tätigkeit in diesem Bereich?

Auch wenn die Arbeit sowohl körperlich, als auch emotional manchmal belastend ist, arbeiten wir sehr gerne hier. Die meisten Patient*innen schätzen unser Bemühen, ihre Bedürfnisse so gut es geht zu erfüllen, und bringen uns im Gegenzug großes Vertrauen und Dankbarkeit entgegen. Es ist sozusagen ein Geben und Nehmen bzw. Zurückbekommen auf eine sehr intensive Art und Weise zwischen Patient*innen und uns, und dadurch wird selbst die größte Anstrengung entschädigt. Hinzu kommt der respektvolle Umgang miteinander des gesamten Stationsteams und natürlich gegenüber den Patient*innen: Jede/r Patient*in wird mit ihren/seinen Sorgen und Problemen ernst genommen. Auch unsere therapeutische Arbeit wird sehr wertgeschätzt und wir werden in jede Entscheidungsfindung miteinbezogen. Von einer Hierarchie ist auf unserer Station nichts zu merken. Wir arbeiten alle eng zusammen und haben als gemeinsames Ziel immer das Wohl der Patient*innen vor Augen.

Adresse

Sankt Elisabeth Krankenhaus Eutin GmbH
Plöner Straße 42 · 23701 Eutin
Telefon: 04521/802-0
Patientenanmeldung: 04521/802-474
www.sek-eutin.de · Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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